Vorlesen macht schlau

aus den Westfälischen Nachrichten vom 23.12.2011

 
 
Das Vorlese-Projekt ist fester Bestandteil des Lebens an der Grundschule Stadt. In diesem Jahr ist wieder aus alten Klassikern und Neuerscheinungen vorgelesen worden. Eine Erkenntnis: Jungen profitieren mehr davon als Mädchen.Foto:
Das Vorlese-Projekt ist fester Bestandteil des Lebens an der Grundschule Stadt. In diesem Jahr ist wieder aus alten Klassikern und Neuerscheinungen vorgelesen worden. Eine Erkenntnis: Jungen profitieren mehr davon als Mädchen.Foto:
(privat)
 
Lengerich - „Je mehr einem Kind vorgelesen wird, desto besser entwickelt es sich.“ So das Fazit der „Studie zur Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern“, erstellt von der Stiftung Lesen. Die Grundschule Stadt hat - zusätzlich zu vielen Lese- und Vorleseaktivitäten in den einzelnen Klassen - nach eigenen Angaben ein Vorleseprojekt im Schulleben fest verankert, das etwas ganz besonders ist: das Flurlesen.

Dabei wird zu einem Zeitpunkt allen Kindern aus einem großen Angebot verschiedener Buchtitel vorgelesen. Die Mädchen und Jungen können sich einige Tage vorher mit Hilfe liebevoll gestalteter Informationsplakate einen Überblick über das Angebot verschaffen und sich dann ihren Interessen entsprechend für ein Buch entscheiden.

In diesem Jahr hat das Flurlesen laut Mitteilung noch eine besondere Komponente: Neben engagierten Eltern, die ein Vorleseangebot gestalten, ist die Unterstufe der Astrid-Lindgren-Schule mit von der Partie. Somit wird innerhalb von 60 Minuten 290 Kindern vorgelesen.

Vorlesen fördere nicht nur das spätere Leseverhalten, sondern auch die sozialen Kompetenzen und es könne gute Auswirkungen auf den Schulerfolg und die aktive Freizeitgestaltung von Kindern haben. Somit wirke sich Vorlesen positiv auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern aus: Die Kinder seien häufiger sportlich aktiv und weckten ihre Lebensfreude neu.

Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen, denen regelmäßig vorgelesen wurde, greifen später selbst gern zum Buch, benennt die Schule einen weiteren Aspekt.

Das Spektrum der Bücher, aus denen vorgelesen wurde, reicht vom bekannten Klassiker bisher zu unentdeckten „Perlen“ und aktuellen Neuerscheinungen. Es wird darauf geachtet, dass die Bücher auch später für die Schülerbücherei angeschafft werden oder in der Klasse vorhanden sind.

Im Übrigen ist ein weiterer Effekt des Vorlesens, dass Jungen besonders stark davon profitieren: Regelmäßiges Vorlesen erhöht die Lesefreude bei Jungen noch mehr als bei Mädchen, hat die Schule herausgefunden.

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