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aus den Westfälischen Nachrichten vom 30.10.2011

 
 
Die Eltern schnippeln. Die kommissarische Hohner Grundschulleiterin, Gisela Marstatt-Stienecker, probiert schon mal eine Pflaume, während die Schüler vom Obstdienst auf dem Sprung sindFoto:
Die Eltern schnippeln. Die kommissarische Hohner Grundschulleiterin, Gisela Marstatt-Stienecker, probiert schon mal eine Pflaume, während die Schüler vom Obstdienst auf dem Sprung sindFoto:
(Jörg Birgoleit)
 
LEngerich/Tecklenburger Land - 160 Kilogramm jede Woche, sechs Schulen auf dem Tourenplan, hunderte Schüler, die täglich Obst futtern, und inzwischen sechs Menschen mit Behinderungen, die regelmäßig mit diesem Projekt beschäftigt sind: Das EU-Schulobstprogramm NRW läuft in Lengerich und Tecklenburg erfolgreich. Eine tolle Kooperation zwischen der Grundschule Hohne, den vier Tecklenburger Grundschulen, seit den Sommerferien auch der Astrid-Lindgren-Schule und den Ledder Werkstätten (LeWe) als Lieferant ist entstanden. Das geht aus einer Mitteilung der Ledder Werkstätten hervor. Darin heißt es:

Montagmorgen am Visavis Samocca, dem Laden der Werkstatt an der Wielandstraße in Lengerich: Luzie Werning und Frank Hilbich rollen mit dem Bulli vors Geschäft. Sechs schwere Kisten, prall gefüllt mit Obst der Saison, haben Brigitte Rottmann und Monika Mau schon vorsortiert. Gemeinsam wird alles in den Bulli gepackt und dann geht´s auch schon los, zur Grundschule Hohne. Das zweite Fahrerteam bilden Helmut Grötsch und Dieter Höckenschnieder; alle sechs haben eine psychische Behinderung. Dass die sechs Schulen zu festgelegten Wochentagen ihr Obst bekommen, ist ihr Auftrag.

Inzwischen ist der LeWe-Bulli in Hohne angekommen. Brigitte Rottmann, Luzie Werning und Frank Hilbich laden die Kisten ab. In der Grundschulküche im Untergeschoss warten schon Dagmar Kipp, Gisela Schenke, Birgit Driemeier-Kienemann und Ben Wenning. Sie gehören zu den rund 20 Eltern, die Woche für Woche das Obst putzen und mundgerecht schnippeln, damit es die Schüler klassenweise abholen können. Verstärkung wäre nicht schlecht, denn die Eltern organisieren diesen Part selbst. „Die Kinder nehmen die Aktion gut an. Für einige war Kohlrabi unbekannt, einige hatten noch nie eine Kiwi probiert“, berichtet Gisela Marstatt-Stienecker. Die kommissarische Leiterin freut sich, dass die Schulobst-Aktion für dieses Schuljahr gesichert ist.

Mittwochmorgen und der rote Bulli der LeWe-Betriebsstätte Kipp ist wieder unterwegs: neun Kilo Obst für die Astrid-Lindgren-Schule. Förderschulrektorin Renate Tanner verspricht sich einen Lerneffekt in Sachen gesunde Ernährung. Obst sei für einige schon eine neue Erfahrung, sagt sie. Ihre Referendarin, Christine Riedel, nickt. Sie kümmert sich um die pädagogische Begleitung des Projekts.

Das Schnippeln selbst übernehmen hier junge Leute aus berufsvorbereitenden Maßnahmen der Kreishandwerkerschaft, womit ein weiterer positiver Effekt genannt wäre. Hauswirtschaftsmeisterin Gabriele Eggert und die jungen Frauen bereiten das Obst für die 87 Schüler im Primarbereich vor.

In Hohne profitieren fast 200 Kinder von der Aktion.

Neun Kilogramm pro Woche in Leeden, jeweils fünf Kilo in Ledde und Brochterbeck sowie zwei Kilo in Tecklenburg - immer dienstags fährt der Bulli Tecklenburgs Grundschulen an. Dort organisiert der Sportverein BSV Leeden/Ledde die Angebote „Verlässliche Schulzeit“ (8 bis 13 Uhr) und „13 Plus“ (bis 16 Uhr) und lässt vom Werkstatt-Team liefern.

Das Obst beziehen die LeWe vom Großhändler Naturkost West in Duisburg, wohin die Einrichtung auch Obst und Gemüse aus eigenem Bioland-Anbau liefert. Möglichst regionales und saisonales Obst und Gemüse sollen Schüler von der ersten Klasse an bekommen, schreibt das Förderprogramm vor.

Täglich Obst zu essen - gesunde Ernährung soll früh Gewohnheit werden und ganz nebenbei erleben die Schüler regelmäßig Menschen mit Behinderungen als zuverlässige, freundliche Lieferanten. Das Netzwerk ist ein Gewinn.

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